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Eine Betrachtung des Ortsteiles von Eitze anläßlich der Aufstellung des Holzschildes "In den Sandbergen" am Sonntag, den 15. Juni 1997 Wenn man dem Straßenschild "In den Sandbergen" folgt, erwartet man vergeblich einen Berg. Schaut man sich aber die Karte der Landesaufnahme von 1770 - 1778 an, kann man feststellen...
...daß auf der Fläche zwischen der Walsroderstraße, der Straße Am Allerhang und bis weit in den Bessener Wald hinein ein recht unebenes Gelände lag. Solche Dünen-Flächen hat es gegeben und gibt es heute noch am nördlichen Geestrand der Allermarsch - z.B. An den Verdener Dünen zwischen Brunnenweg und Halse. Ebenso ist der Eitzer Pottberg (hinter dem Sportplatz am Eitzer Hof) eine Düne gewesen. Sie sind Flußdünen und entstanden aus dem Sand, der sich während der Eiszeit in den Urstromtälern abgelagert hat und aus den vorübergehend ausgetrockneten Flußbetten ausgeblasen wurde. Über einen verhältnismäßig langen Zeitraum wurde der vegetationslose Fluß- rand vom Wind fortgetragen und längs der windabgewandten Uferseite aufgehäuft.
Wahrscheinlich erst im 19. Jahrhundert ist diese Fläche ganz allmählich eingeebnet und in Nutzung genommen worden, indem Gartenland oder kleine Ackerparzellen angelegt wurden. Zum Teil wurde der Sand auch abgefahren, um in Eitze selbst zum Straßen- und Hausbau Verwendung zu finden. Noch in den 30er-Jahren hatte die Eitzer Ziegelei ein Anschlußgleis vom Eitzer Bahnhof in die Sandberge gelegt um den Sand von dort dem Ton zur Produktion von Ziegelsteinen beizumischen. Der ausgeblasene Flußsand aus den Sandbergen wurde gern genommen, weil er fein- körnig und von großer Reinheit war und ist.
In den Eitzer Sandbergen befand sich früher auch der Schützenstand des Eitzer Schützenvereins. Es wurde damals parallel zur Bessener Grenze in Richtung Aller geschossen, wo eine Deckung aufgeschüttet war.
Anfang der 50er Jahre begann der Wohnungsbau an der heutigen Straße "In den Sandbergen" (Gerber und Beyer). Auch das Gelände der früheren breiten Ladestraße des Bahnhofs Eitze wurde mit Wohnhäusern bebaut. Daß dieser Teil der Ortschaft Eitze eine ehemals bergige Gegend war, bringt auch die volkstümliche Bezeichnung der Hofstelle "Meineke auf dem Berg" - heute Otto Böhning - zum Ausdruck.
Das aufgestellte und am 15. Juni 1997 eingeweihte Holzschild zeigt insbesondere diese bergige Gegend, aus der früher per Eisenbahn der Sand für die Eitzer Ziegeleien geholt wurde. Unser inzwischen über die Eitzer Grenzen bekannter Künstler Herr Reinhold hat gerade diese Besonderheiten vortrefflich drei-dimensional herausgearbeitet.
Leider verstarb Herbert Reinhold am 28. Dezember 1997. Der Heimatverein und die Eitzer Bevölkerung sind ihm für die kostbaren Erinnerungsstücke zu tiefstem Dank verpflichtet. Sein Tod war ein großer Verlust für Eitze, da mit seiner Hilfe noch einige Pläne verwirklicht werden sollten. So hat Achim Schaefers noch im Dezember eine Zeichnung und schnitz- technischen Rat von Herrn Reinhold bekommen, um eines der Holzschilder zur Eitzer Mühle, das von Kindern zerstört wurde, zu erneuern. Das Holzschild wurde 1998 fertig und steht nun an einem besseren Standort an der Ecke "Am Mühlenteich" / "Klosterkamp".
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Das Schild „Zum alten Speicher“ wurde gleichzeitig mit dem Doppelschild am 5. Februar 1995 ganz in der Nähe in der Furt mit dem Finger in Richtung des Alten Speichers zeigend aufgestellt.
Der alte Speicher von Karsten Oestmann ist das älteste in Eitze gebaute Fachwerkhaus von Anno 1721. Zu dem Hof gehört eine Scheune mit der Jahreszahl 1736. Die nächstälteren Häuser von Eitze sind der Hof von Brüggemanns („Lohmanns“) von 1789 und 1791, das Hirtenhaus im Dicken Ort mit der Jahreszahl 1775 über der Grootdör und der Hof von Göbberts („Stoffers“) aus dem Jahre 1789.
Er wurde 1981 bis 1986 in liebevoller Kleinarbeit von Herbert Reinhold, dem Künstler der meisten Holzschilder renoviert. Zu dem Hof gehört eine Scheune mit der Jahreszahl 1736. Als 1874 das Haupthaus abbrannte lebten die damaligen Oestmanns für ein Jahr in dem Speicher. Im Jahre 1874 brannte das Hauptgebäude ab und der damalige Besitzer wohnte für ein Jahr in diesem Speicher, bis das jetzige Haupthaus wieder errichtet war.
Dieser guterhaltene und jetzt wieder bewohnte Speicher ist, wie schon gesagt, in den Jah-ren 1981 bis 1986 von Herrn Reinhold renoviert worden.
Dieses Holzschild ist das am häufigsten reparierte und renovierte Holzschild – bedingt dadurch, dass es aus Lindenholz geschnitzt ist und somit schneller von den Unbilden des Wetters angegriffen wird. Da es das Lieblings-Holzschild von Achim Schaefers ist, hat es seine besondere Aufmerksamkeit.
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Der dicke Ort in Eitze ist in neuerer Zeit eine Strassenbezeichnung, während er in früherer Zeit ein ganz bestimmter Teil der Ortschaft gewesen ist...
Da im dicken Ort und dessen Nähe die ältesten Höfe liegen, kann man vermuten, daß dies auch der älteste Teil von Eitze ist. Hier "Im Dicken Ort" liegen der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Betriebe, nämlich 4 sog. Voll- und Halbmeierhöfe (von insgesamt 7 in Eitze): "Everts Hus", "Castens", "Olfken Hus", "Bockelmanns/Borms" und 3 Brink-Kötner: "Stoffers", "Holtköper"(früher) und "Lohmanns". Der dicke Ort könnte also seinen Namen durch die verhältnismäßig dichte Bebauung (Orts- kern), also "dichter Ort" haben. Der Name könnte auch durch die sog. "dicken Bauern" des Ortes hergeleitet werden. Eine andere mögliche Version war das Vorhandensein eines "dicken Ortes", im altdeutschen Sprachgebrauch ein "dicker Stein". Die weniger wahrscheinliche Version nach Meinung der Eitzer Einwohner ist das damals angenommene Dickicht / Unterholz in Eitze, wie im Heimatkalender 1995 von Verden beschrieben.
Bei der ersten Ansiedlung dürften verschiedene Vorteile eine große Rolle gespielt haben, z.B. das hochwasserfreie Gelände in der Nähe der Aller, die geschützte Lage (gegen räuberisches Gesindel und sonstige unliebsamen Zeitgenossen) hinter den Allerdünen (In den Sandbergen) und im Flußbogen des Gohbachs, sowie die verkehrsgünstige Verbindung durch die Furt des Gohbachs. Da früher ein Teil der heute an der "Dorfstraße" liegenden Höfe "Im Dicken Ort" lagen, die Schule und das Feuerwehrhaus dazu gehörten, sowie der Dorfhirte dort wohnte, konnte man den dicken Ort schon als Mittelpunkt des sonst weit auseinandergezogenen Dorfes bezeichnen.
Diese große Anzahl alter Gebäude mit ursprünglich landwirtschaftlichem Charakter, alten Baumgruppen und Eichen ist ein wirklich erhaltenswertes Fleckchen Erde, das zu besitzen Eitze stolz ist und das deswegen auch erhalten werden muss.
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Eine Furth ist eine flache Stelle in einem Gewässer, die früher mit Pferdewagen und auch zu Fuß durchquert werden konnte. Dies ist bei unseren Heideflüssen nicht überall gegeben. Neben der geringen Wassertiefe muß das Flußbett, wie auch die Ein- und Ausfahrt einen tragfähigenund nicht moorigen oder quelligen - Untergrund haben
Hier in Eitze gab es nun solch eine geeignete Stelle, die bestimmt seit Jahrhunderten genutzt wurde.
Dies war fürwahr ein guter Grund hier ein weiteres hölzernes Hinweisschild aufzustellen.
Die nachfolgenden Hinweise sollen ein wenig Information zur speziellen Nutzung dieser Furt und deren Veränderung geben. Die höhenmäßige Anpassung des heutigen Gohbachsteges erfolgte erst Ende der 60er Jahre. Die Anfahrt von dieser Seite (Weitzmühlener Straße) war früher etwa 3-4 m breiter. Den bepflanzten Grünstreifen mit Tannen und Rododendronbüschen zu Beginn der Straße "Am Gobach" gab es noch nicht.
Mit der verstärkten Nutzung von Traktoren in der Landwirtschaft der 50er Jahre waren gut ausgebaute Wege auf denen man schnell zum Acker kam wichtiger als "nasse" Abkürzungen durch diese Furt. Die Bedeutung der Furt wurde immer geringer. Zunächst wurde noch Vieh durch die Furt getrieben und Kartoffelsäcke aus Jute vom Wagen aus im Gohbach gewaschen. Ebenso nutzte die in Verden vor dem 2. Weltkrieg stehende bespannte Artillerie die Furt um Manschaft und Pferde an solche Praxisbedingungen zu gewöhnen. Schließlich waren es nur noch Reiter der Hubertusjagden, deren Strecke zur Steigerung der Schwierigkeit durch die Furt führten. Damit ging die Nutzung dieser Furt langsam zu Ende.
Die Eitzer Furt hatte eine besondere Bedeutung für die Landwirte aus dem Dicken Ort, die ihre Ländereien im Westerfeld und auf dem Moor hatten. Es gab zwar eine Holzbrücke an der Mühle und die Melkerbrücke, die aber wegen der hohen Unterhaltungskosten den Kunden der Mühle bzw. "Interessenten" (Melkerbrücke = Interessentenbrücke) vorbehalten war.
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Geschichtlicher Hintergrund zum Namen der Melkerbrücke in Eitze.Der Volksmund erzählt - was auch urkundlich und aus der Eitzer Chronik bekannt ist - daß das Eitzer Moor (Großes Moor) seit jeher, zumindest seit bischöflichen Zeiten bis zur Spezialteilung (Verkopplung) im Jahre 1840 von den Eitzer Landwirten gemeinschaftlich genutzt wurde.
Dies geschah in Form der Beweidung durch den Dorfhirten der im Hirtenhus, dem heutigen Haus von Ahrens," Im Dicken Ort" 6, gewohnt hat. Dieser sammelte frühmorgens die aus maximal 60 Stück Großvieh bestehende Herde von damals 7 Vollhöfen und den Höfen Brüggemann und Göbbert ein und trieb sie in das Grünlandgebiet zwischen Borsteler Chausee und Finkenberg. Die Kühe, die damals noch dreimal am Tag gemolken wurden, trieb der Eitzer Hirte zur Mittagszeit auf den Vorplatz der heutigen Melkerbrücke. Hier wurden die Tiere getränkt und von den schon wartenden Frauen von Hand gemolken. Die Frauen trugen die Milch dann in Eimern mittels des Jochs nach Hause.
Die erste Melkerbrücke hieß übrigens Interessentenbrücke, da sie auf dem sog. Interessenten-
weg (bis 1897) von Eitze nach Weitzmühlen lag. Vor der Brücke stand ein Schlagbaum. Wer sie benutzen wollte, mußte vom Bischofs Hof, der heutigen Gärtnerei Grimme, den Schlüssel holen. Man erzählt auch, daß die Dorfhirten begehrte Gesprächspartner waren, da sie sich gern mit anderen Dorfhirten an der Gemeindegrenze trafen und die letzten Neuigkeiten austauschten. Diese gaben sie dann am sog. Reihetisch zum Besten, an dem sie immer von einem anderen Bauern - oft zusammen mit dem Schulmeister - beköstigt wurden.
Durch den Aufstellungsort und die gute Verbindung zu Ernst-Leo Niessen und seiner Frau Uschi war auch schnell eine Patenschaft für dieses Holzschild gefunden



