Dieses Holzschild wurde am 10. April 2005 an der Einmündung der Straße „Am Allerhang" in die Walsroder Straße aufgestellt und soll an die Eitzer Fähre erinnern. 

 Diese Fährverbindung, die vom heutigen Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamt über die Aller führte, wurde jahrhunderte lang benutzt um das Vieh auf die Weiden der Eitzer Bauern auf der anderen Allerseite zu bringen, bzw. um Heu von dort nach Eitze zu transportieren.Das Schild zeigt eine geschnitzte Darstellung der letzten Fähre und des Fährhauses, das auf der anderen Seite der Gohbachmündung gestanden hat, 1962 aber abgerissen worden ist. Bei dieser Gelegenheit waren auch Dokumente, Fotos und Konstruktionszeichnungen zu sehen, die einen Einblick in die Geschichte der Eitzer Fähre geben.

Zur Feier des Tages gab es nach Jahrzehnten zum ersten Mal die Möglichkeit, die Aller an dieser Stelle zu überqueren, denn das Wasser- und Schifffahrtsamt befuhr mit einem Schiff die historische Fährroute.

Hier noch einige geschichtliche Hintergründe:
Die Geschichte Eitzes ist geprägt durch die Lage des Ortes an der Mündung des Gohbaches in die Aller. Und wo es Flüsse und Bäche gibt, schaffen sich die Bewohner Möglichkeiten, diese zu überwinden, so über den Gohbach durch Furt und Melkerbrücke und über die Aller durch die Eitzer Fähre.
In den vergangenen Jahrhunderten hat die Aller oft ihr Flussbett verlagert. Bedingt durch den starken Wasserzufluss der Leine, Oker und den anderen Flüssen aus dem Harz und dem damit verbundenen Hochwasser sowie durch Stauung der Eisschollen in den Allerschleifen bei Eisgang suchte sich das Wasser immer wieder einen neuen Weg. In unserer Ortschronik steht, dass in einem Schriftstück aus dem Jahre 1572 von einem Allerdurchbruch bei Otersen berichtet wird. Es ist nicht auszuschließen, dass im gleichen Jahr dadurch die guten Weiden des Flurstückes „Eitzer See" vom Dorf Eitze abgetrennt wurden. So muss es schon seit einigen Hundert Jahren Holzfähren über die nun zwischen dem Flurstück „Eitzer See" und dem Dorf Eitze fließende Aller gegeben haben.
Zunächst ist festzuhalten, dass es zwei verschiedene Eitzer Fähren über die Aller gab, eine Personenfähre und eine Tier- und Lastenfähre (Interessenten-Fähre). Die Personenfähre war ein Kahn mit zwei Sitzbrettern. Mit ihm setzte der Fährmann Dorfbewohner, die Bekannte oder Verwandte in den Dörfern auf der anderen Allerseite besuchen wollten, und Feldarbeiter über. Melker, die täglich zu den Kühen auf die andere Allerseite mussten, hatten nach der Ortschronik Eitze ihren eigenen Kahn.
Die Tier- und Lastenfähre diente dazu, das Weidevieh im Frühjahr zu den Wiesen auf der anderen Flussseite zu bringen und im Herbst wieder zurückzuholen, sowie im Sommer große Mengen Heu von dort zu holen. Dieses Heu war für die landwirtschaftlichen Betriebe in Eitze von großer Bedeutung. Die schlecht entwässerten und sauren Moorwiesen in der Umgebung von Eitze ergaben eine schlechte Heuqualität. Das Gras für das Weidevieh und das Heu von den Weiden der anderen Allerseite hatte jedoch durch die düngende Wirkung des Frühjahr-Hochwassers eine gute Qualität. Diese Tatsache findet ihre Bestätigung auch darin, dass verschiedene Bauern aus Weitzmühlen, Kreepen, Brammer usw. Grünland im Allertal besaßen und die Entfernung nicht scheuten.
1709 wurde am Lösch- und Verladeplatz in Eitze eine Anlegestelle für Schiffe ausgebaut. Jetzt konnten hier auch Lastkähne, die die Ziegelsteine der Eitzer Ziegeleibesitzer nach Bremen transportierten, beladen werden oder eine Vieh- und Lastenfähre ohne Stromeinfluss anlegen. 1860 verkaufte die Gemeinde Eitze den Ladeplatz an der Aller für 50 Reichstaler an die Stadt Verden. Die Fährinteressenten durften aber weiterhin den Ladeplatz benutzen.
Während die früheren Eitzer Fähren aus Holz waren, bestand der Fährkörper der letzten beiden Fähren aus Eisen. Die letzte Fähre wurde 1935 auf der Schiffswerft Büsching & Rosemeyer in Uffeln bei Vlotho kielgelegt. Sie war eine Interessenten-Fähre, die zuletzt einer Fährgemeinschaft von 4 Teilhabern aus Eitze (Fritz Heemsoth, Georg Heemsoth, Heinz Wittboldt-Müller, Carsten Oestmann) und 2 Teilhabern aus Luttum (Heinz-Hermann Hoops und Müller, später Bartholomäus) gehörte. Sie war ein Fährprahm von 12 m Länge und 4,30 m Breite, hatte auf beiden Seiten noch 2 m lange Auffahrrampen und besaß eine Tragfähigkeit von 5 Tonnen bei einem halben Meter Tiefgang.
Im Schiffszeugnis der Fähre gab es einige Bedingungen, die in der Praxis allerdings nicht so recht zum Tragen kamen, wie z.B. ein Beiboot, ein Rettungsring, ein Anker und ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von 1,5 To (= 3 Stück Großvieh) bei Hochwasser oder 3,3 To (= 5 Stück Großvieh) bei Mittelwasser. In der Regel wurden aber im Frühjahr mit einer Fahrt 8 bis 10 Stück Großvieh übergesetzt, im Herbst allerdings - bedingt durch die Gewichtszunahme der Tiere - weniger. Die Fähre wurde durch die Kraft des Stromes an einem langen Stahlseil, das auf beiden Ufern verankert war, über die Aller geführt. Das Seil war so lang, dass es bei Nichtbenutzung auf Grund lag, um Frachtschiffe ungefährdet passieren lassen zu können. Beim Sommerhochwasser 1956 wurde das Vieh der Eitzer Bauern durch die Eitzer Fähre gerettet, indem der Fährprahm mit dem Motorboot vom Wasser- und Schiffahrtsamt Verden gekoppelt wurde.
Im Winter wurde die Fähre wegen des Eisganges auf der Aller in die Gohbachmündung verholt. Das muss eine anstrengende Aktion gewesen sein, denn wie noch vorhandene Kaufquittungen von Rita Krahn beweisen, musste man sich dabei mit hochprozentigem Alkohol stärken. Im Sommer war die Fähre ein beliebter Treffpunkt für die Eitzer Jugend, die in Ermangelung eines Freibades mit Sprungturm die Aller als Schwimmbecken und die Auffahrrampen der Fähre als Sprungbrett nutzten.
Als man 1960 begann, das Heu von den Allerwiesen mit Treckern über die Verdener Brücken nach Eitze zu holen, ging der Fährbetrieb zurück. Er endete endgültig, als die Bauern dazu übergingen, auch das Weidevieh mit Lastwagen über die Verdener Brücken zu transportieren.
Das Eitzer Fährhaus diente den Fährleuten als Wohnhaus. Es stand gegenüber dem damaligen Schiffsladeplatzes auf der anderen Seite der Gohbachmündung und wurde 1962 abgebrochen.
Aus der langen Geschichte der Eitzer Fährleute gibt es einige Anekdoten. So wurde 1885 der Fährmann Cordes wegen eines unerheblichen Wortwechsels seiner Frau mit F. Heemsoth abgesetzt. Dieser schlug seinen ehemaligen Arbeiter Johann Müller als Nachfolger vor. Dieser „schnapste" gern und wäre einmal bei einer überquerung der Aller fast ertrunken. Einige Interessenten fuhren danach ihre Schafe lieber selbst über die Aller.
Johann Müller und seine Frau Marie waren sehr beliebt. Sie waren fröhliche Menschen und liebten den Gesang. Man nannte ihn Kapitän oder Käppen. Die jungen Eitzer Männer gingen manchmal nach Feierabend zum Fährhaus und verbrachten dort einige fröhliche Stunden bei Gesang und Klönschnack.
Später waren Jacob Rischbode und Hermann Meyer als Fährmänner tätig. über den letzteren erzählt man sich folgende Geschichte: Nachdem eines Morgens seine Frau zum Dienst erschien, fragte man sie, ob ihr Mann krank sei. Sie antwortete: „Heute nacht habe ich ein Kind gekriegt, da musste Hermann aufstehen und die Hebamme holen. Nun muss er sich erst einmal von diesem Nachtgang erholen."
Die letzten Fährleute in Eitze waren Johann und Dora Thieß.

De Aller (W. Bredthauer, Dörverden)

Keen Schipp dampt mehr stroomup, stroomdal.
De Strudel krüseln – alles wör eenmal.
"Haal över, Fährmann!" bölkt keen mehr,
de Fähr is weg, de Stä is leer.

Wat bleev, dat is de grööne Kant
un en den Slengen geeler Sand.
Hochwater drifft dör Wisch un Hecken,
datt Blööme blot den Kopp rutstecken.

An över van den Wichelboom
löst sik een Blatt, fallt in den Stroom.
De Welle nimmts mit sik wiet,
du kiekst ehr na: So lööpt de Tiet


Betrachtung zum Kirchweg in Eitze anlässlich der Aufstellung des Holzschildes am 30. November 2003.Es gibt das alte Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom". 

Ebenso führen viele Wege zur Kirche und in unserem Fall führt der Weg, an dem dieses Holzschild aufgestellt wurde, zur St. Andreas-Kirche in Verden. Es ist also nicht so, wie mancher Eitzer Bürger glauben möchte, dass die Bezeichnung "Kirchweg" etwas mit der Friedhofskapelle, die 1969 eingeweiht wurde, zu tun hat,  den Namen "Kirchweg" für diese Straße hier zu verstehen, muss man ein ganzes Stück zurück in die Vergangenheit gehen, und zwar in eine Zeit, zu der nicht mal jeder Mensch Pferd und Wagen zur Verfügung hatte. Damals war es ganz normal, jeden Sonntag von Armsen, Luttum und Eitze zu Fuß zur St. Andreas-Kirche zu gehen. Man versorgte frühmorgens seine Tiere und ging dann zum Gottesdienst. Möglicherweise kam man erst am Nachmittag zurück, denn damals konnte man nach dem Gottesdienst in Verden noch einkaufen gehen.
Wenn man schon zu Fuß gehen musste, versuchte man den kürzesten Weg durch Feld und Flur zu wählen. So führte der Weg auch quer über Äcker, die im Frühjahr bestellt wurden. Bis aber die Saat aufgegangen war, hatten die Fußgänger den Trampelpfad wieder ausgetreten und als Kirchweg gekennzeichnet.
Nach den Erzählungen alter Eitzer war es wohl so, dass der Weg der Kirchgänger vom oberen Teil des Dorfes Luttum (dem alten Kern) kommend, auf dem noch heute existierenden Weg an der Gasstation vorbei auf die heutige Schlesierstrasse einmündete. Dann schwenkte er rechts durch die Wiesen ab, an der damals noch nicht ausgehobenen Tonkuhle und hart an der Schule vorbei, über den Bormschen Hof (heute Gerd Göbbert), den Kappenbergschen Hof (heute Ehler Göbbert) zum Steg in der Furt. Den Steg darf man sich nicht so kom


fortabel vorstellen, wie die heutige Holzbrücke. Er war nur ein einfacher Holzbalken mit einem einseitigen Handlauf. Vom Gohbachsteg ging es die heutige Strasse am Gohbach entlang bis zum Friedhof (der damals noch nicht existierte) und zum heutigen Kirchweg, der seinen Knick erst durch den Bau der Eisenbahnstrecke erhalten hat.
Ungefähr dort, wo der frühere Trampelpfad auf den heutigen Kirchweg stößt, steht jetzt das neue Holzschild. Den Kirchweg muss man sich dann weiter geradeaus über die Grundstücke von Dr. Wilkens, Stenzel und Hübel bis an die Walsroder Strasse vorstellen.
Diese Wegstrecke quer durch Eitze führte immer wieder zu Problemen. Als 1935 Göbberts mitten auf dem Kirchweg eine Waschküche errichteten, mussten sie eine Eingangs- und eine Ausgangstür für die Fußgänger einbauen. Und der Versuch des Gastwirtes Biermann den Kirchweg jedes Frühjahr beim Umpflügen seines Ackers (gegenüber vom Eitzer Hof)zu ignorieren und mit umzupflügen hatte kein Erfolg – der Weg wurde immer wieder platt getrampelt. Erst als Alfred Hübel auf diesem Grundstück sein Haus baute gaben die Kirchgänger nach – es blieb ihm erspart, den Fußgängern einen Weg durch sein Haus zu gestatten.
Durch die zunehmende Motorisierung verlor der Kirchweg mehr und mehr an Bedeutung. Man ging nicht mehr zu Fuß zum Gottesdienst in die St. Andreas-Kirche, sondern fuhr mit dem Bus, dem Fahrrad oder dem Auto.
In Erinnerung an den Abkürzungspfad der Kirchgänger durch Eitze, der Jahrhunderte eine wesentliche Bedeutung hatte, beschloss der Eitzer Gemeinderat 1968 dem erhaltenen Stück zwischen Gohbach und Westerfeld bewusst den Namen „Kirchweg" zu geben. Diesen Vorschlag in der Gemeinderatssitzung machte der damalige Anwohner Hermann Panning.
Mit diesem Holzschild will der Heimatverein die Erinnerung an den Verlauf und die Bedeutung des alten Kirchweg wach halten. Und mit der Abbildung der St. Andreas-Kirche soll auch optisch klargestellt werden, dass der Weg seinen Namen von ihr und nicht von der Eitzer Kapelle hat.
Das Holzschild ist eine Gemeinschaftsarbeit von Hans-Dieter Gerber, der den Namenszug schnitzte, und Achim Schaefers, der die St. Andreas Kirche und ihre Besucher in Holz abbildete. Unterstützt wurden sie von Jonny Nordmeyer bei der Beschaffung und Vorbereitung des Eichenholzes für das Schild und den Pfahl und Joachim Scheffler, der bei der Vorbereitung zum Aufstellen des Holzschildes geholfen hat


Eine Betrachtung des Ortsteiles von Eitze anläßlich der Aufstellung des Holzschildes "In den Sandbergen" am Sonntag, den 15. Juni 1997 Wenn man dem Straßenschild "In den Sandbergen" folgt, erwartet man vergeblich einen Berg. Schaut man sich aber die Karte der Landesaufnahme von 1770 - 1778 an, kann man feststellen...

...daß auf der Fläche zwischen der Walsroderstraße, der Straße Am Allerhang und bis weit in den Bessener Wald hinein ein recht unebenes Gelände lag. Solche Dünen-Flächen hat es gegeben und gibt es heute noch am nördlichen Geestrand der Allermarsch - z.B. An den Verdener Dünen zwischen Brunnenweg und Halse. Ebenso ist der Eitzer Pottberg (hinter dem Sportplatz am Eitzer Hof) eine Düne gewesen. Sie sind Flußdünen und entstanden aus dem Sand, der sich während der Eiszeit in den Urstromtälern abgelagert hat und aus den vorübergehend ausgetrockneten Flußbetten ausgeblasen wurde. Über einen verhältnismäßig langen Zeitraum wurde der vegetationslose Fluß- rand vom Wind fortgetragen und längs der windabgewandten Uferseite aufgehäuft.
Wahrscheinlich erst im 19. Jahrhundert ist diese Fläche ganz allmählich eingeebnet und in Nutzung genommen worden, indem Gartenland oder kleine Ackerparzellen angelegt wurden. Zum Teil wurde der Sand auch abgefahren, um in Eitze selbst zum Straßen- und Hausbau Verwendung zu finden. Noch in den 30er-Jahren hatte die Eitzer Ziegelei ein Anschlußgleis vom Eitzer Bahnhof in die Sandberge gelegt um den Sand von dort dem Ton zur Produktion von Ziegelsteinen beizumischen. Der ausgeblasene Flußsand aus den Sandbergen wurde gern genommen, weil er fein- körnig und von großer Reinheit war und ist.
In den Eitzer Sandbergen befand sich früher auch der Schützenstand des Eitzer Schützenvereins. Es wurde damals parallel zur Bessener Grenze in Richtung Aller geschossen, wo eine Deckung aufgeschüttet war.
Anfang der 50er Jahre begann der Wohnungsbau an der heutigen Straße "In den Sandbergen" (Gerber und Beyer). Auch das Gelände der früheren breiten Ladestraße des Bahnhofs Eitze wurde mit Wohnhäusern bebaut. Daß dieser Teil der Ortschaft Eitze eine ehemals bergige Gegend war, bringt auch die volkstümliche Bezeichnung der Hofstelle "Meineke auf dem Berg" - heute Otto Böhning - zum Ausdruck.
Das aufgestellte und am 15. Juni 1997 eingeweihte Holzschild zeigt insbesondere diese bergige Gegend, aus der früher per Eisenbahn der Sand für die Eitzer Ziegeleien geholt wurde. Unser inzwischen über die Eitzer Grenzen bekannter Künstler Herr Reinhold hat gerade diese Besonderheiten vortrefflich drei-dimensional herausgearbeitet.

Leider verstarb Herbert Reinhold am 28. Dezember 1997. Der Heimatverein und die Eitzer Bevölkerung sind ihm für die kostbaren Erinnerungsstücke zu tiefstem Dank verpflichtet. Sein Tod war ein großer Verlust für Eitze, da mit seiner Hilfe noch einige Pläne verwirklicht werden sollten. So hat Achim Schaefers noch im Dezember eine Zeichnung und schnitz- technischen Rat von Herrn Reinhold bekommen, um eines der Holzschilder zur Eitzer Mühle, das von Kindern zerstört wurde, zu erneuern. Das Holzschild wurde 1998 fertig und steht nun an einem besseren Standort an der Ecke "Am Mühlenteich" / "Klosterkamp".


Das Schild „Zum alten Speicher“ wurde gleichzeitig mit dem Doppelschild am 5. Februar 1995 ganz in der Nähe in der Furt mit dem Finger in Richtung des Alten Speichers zeigend aufgestellt.

Der alte Speicher von Karsten Oestmann ist das älteste in Eitze gebaute Fachwerkhaus von Anno 1721. Zu dem Hof gehört eine Scheune mit der Jahreszahl 1736. Die nächstälteren Häuser von Eitze sind der Hof von Brüggemanns („Lohmanns“) von 1789 und 1791, das Hirtenhaus im Dicken Ort mit der Jahreszahl 1775 über der Grootdör und der Hof von Göbberts („Stoffers“) aus dem Jahre 1789.

Er wurde 1981 bis 1986 in liebevoller Kleinarbeit von Herbert Reinhold, dem Künstler der meisten Holzschilder renoviert. Zu dem Hof gehört eine Scheune mit der Jahreszahl 1736.  Als 1874 das Haupthaus abbrannte lebten die damaligen Oestmanns für ein Jahr in dem Speicher. Im Jahre 1874 brannte das Hauptgebäude ab und der damalige Besitzer wohnte für ein Jahr in diesem Speicher, bis das jetzige Haupthaus wieder errichtet war.

Dieser guterhaltene und jetzt wieder bewohnte Speicher ist, wie schon gesagt, in den Jah-ren 1981 bis 1986 von Herrn Reinhold renoviert worden.

Dieses Holzschild ist das am häufigsten reparierte und renovierte Holzschild – bedingt dadurch, dass es aus Lindenholz geschnitzt ist und somit schneller von den Unbilden des Wetters angegriffen wird. Da es das Lieblings-Holzschild von Achim Schaefers ist, hat es seine besondere Aufmerksamkeit.


Der dicke Ort in Eitze ist in neuerer Zeit eine Strassenbezeichnung, während er in früherer Zeit ein ganz bestimmter Teil der Ortschaft gewesen ist...
Da im dicken Ort und dessen Nähe die ältesten Höfe liegen, kann man vermuten, daß dies auch der älteste Teil von Eitze ist. Hier "Im Dicken Ort" liegen der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Betriebe, nämlich 4 sog. Voll- und Halbmeierhöfe (von insgesamt 7 in Eitze): "Everts Hus", "Castens", "Olfken Hus", "Bockelmanns/Borms" und 3 Brink-Kötner: "Stoffers", "Holtköper"(früher) und "Lohmanns". Der dicke Ort könnte also seinen Namen durch die verhältnismäßig dichte Bebauung (Orts- kern), also "dichter Ort" haben. Der Name könnte auch durch die sog. "dicken Bauern" des Ortes hergeleitet werden. Eine andere mögliche Version war das Vorhandensein eines "dicken Ortes", im altdeutschen Sprachgebrauch ein "dicker Stein". Die weniger wahrscheinliche Version nach Meinung der Eitzer Einwohner ist das damals angenommene Dickicht / Unterholz in Eitze, wie im Heimatkalender 1995 von Verden beschrieben.
Bei der ersten Ansiedlung dürften verschiedene Vorteile eine große Rolle gespielt haben, z.B. das hochwasserfreie Gelände in der Nähe der Aller, die geschützte Lage (gegen räuberisches Gesindel und sonstige unliebsamen Zeitgenossen) hinter den Allerdünen (In den Sandbergen) und im Flußbogen des Gohbachs, sowie die verkehrsgünstige Verbindung durch die Furt des Goh- bachs. Da früher ein Teil der heute an der "Dorfstraße" liegenden Höfe "Im Dicken Ort" lagen, die Schule und das Feuerwehrhaus dazu gehörten, sowie der Dorfhirte dort wohnte, konnte man den dicken Ort schon als Mittelpunkt des sonst weit auseinandergezogenen Dorfes bezeichnen.
Diese große Anzahl alter Gebäude mit ursprünglich landwirtschaftlichem Charakter, alten Baumgruppen und Eichen ist ein wirklich erhaltenswertes Fleckchen Erde, das zu besitzen Eitze stolz ist und das deswegen auch erhalten werden muss.


Eine Furth ist eine flache Stelle in einem Gewässer, die früher mit Pferdewagen und auch zu Fuß durchquert werden konnte. Dies ist bei unseren Heideflüssen nicht überall gegeben. Neben der geringen Wassertiefe muß das Flußbett, wie auch die Ein- und Ausfahrt einen tragfähigenund nicht moorigen oder quelligen - Untergrund haben

Hier in Eitze gab es nun solch eine geeignete Stelle, die bestimmt seit Jahrhunderten genutzt wurde.
Dies war fürwahr ein guter Grund hier ein weiteres hölzernes Hinweisschild aufzustellen. 

Die nachfolgenden Hinweise sollen ein wenig Information zur speziellen Nutzung dieser Furt und deren Veränderung geben. Die höhenmäßige Anpassung des heutigen Gohbachsteges erfolgte erst Ende der 60er Jahre. Die Anfahrt von dieser Seite (Weitzmühlener Straße) war früher etwa 3-4 m breiter. Den bepflanzten Grünstreifen mit Tannen und Rododendronbüschen zu Beginn der Straße "Am Gobach" gab es noch nicht.
Mit der verstärkten Nutzung von Traktoren in der Landwirtschaft der 50er Jahre waren gut ausgebaute Wege auf denen man schnell zum Acker kam wichtiger als "nasse" Abkürzungen durch diese Furt. Die Bedeutung der Furt wurde immer geringer. Zunächst wurde noch Vieh durch die Furt getrieben und Kartoffelsäcke aus Jute vom Wagen aus im Gohbach gewaschen. Ebenso nutzte die in Verden vor dem 2. Weltkrieg stehende bespannte Artillerie die Furt um Manschaft und Pferde an solche Praxisbedingungen zu gewöhnen. Schließlich waren es nur noch Reiter der Hubertusjagden, deren Strecke zur Steigerung der Schwierigkeit durch die Furt führten. Damit ging die Nutzung dieser Furt langsam zu Ende.
Die Eitzer Furt hatte eine besondere Bedeutung für die Landwirte aus dem Dicken Ort, die ihre Ländereien im Westerfeld und auf dem Moor hatten. Es gab zwar eine Holzbrücke an der Mühle und die Melkerbrücke, die aber wegen der hohen Unterhaltungskosten den Kunden der Mühle bzw. "Interessenten" (Melkerbrücke = Interessentenbrücke) vorbehalten war.


Geschichtlicher Hintergrund zum Namen der Melkerbrücke in Eitze.Der Volksmund erzählt - was auch urkundlich und aus der Eitzer Chronik bekannt ist - daß das Eitzer Moor (Großes Moor) seit jeher, zumindest seit bischöflichen Zeiten bis zur Spezialteilung (Verkopplung) im Jahre 1840 von den Eitzer Landwirten gemeinschaftlich genutzt wurde.

Dies geschah in Form der Beweidung durch den Dorfhirten der im Hirtenhus, dem heutigen Haus von Ahrens," Im Dicken Ort" 6, gewohnt hat. Dieser sammelte frühmorgens die aus maximal 60 Stück Großvieh bestehende Herde von damals 7 Vollhöfen und den Höfen Brüggemann und Göbbert ein und trieb sie in das Grünlandgebiet zwischen Borsteler Chausee und Finkenberg. Die Kühe, die damals noch dreimal am Tag gemolken wurden, trieb der Eitzer Hirte zur Mittagszeit auf den Vorplatz der heutigen Melkerbrücke. Hier wurden die Tiere getränkt und von den schon wartenden Frauen von Hand gemolken. Die Frauen trugen die Milch dann in Eimern mittels des Jochs nach Hause.

Die erste Melkerbrücke hieß übrigens Interessentenbrücke, da sie auf dem sog. Interessenten-
weg (bis 1897) von Eitze nach Weitzmühlen lag. Vor der Brücke stand ein Schlagbaum. Wer sie benutzen wollte, mußte vom Bischofs Hof, der heutigen Gärtnerei Grimme, den Schlüssel holen. Man erzählt auch, daß die Dorfhirten begehrte Gesprächspartner waren, da sie sich gern mit anderen Dorfhirten an der Gemeindegrenze trafen und die letzten Neuigkeiten austauschten. Diese gaben sie dann am sog. Reihetisch zum Besten, an dem sie immer von einem anderen Bauern - oft zusammen mit dem Schulmeister - beköstigt wurden.

Durch den Aufstellungsort und die gute Verbindung zu Ernst-Leo Niessen und seiner Frau Uschi war auch schnell eine Patenschaft für dieses Holzschild gefunden


Der
Mühlenteich der Eitzer Mühle besteht eigentlich aus 2 Teichen, dem ursprünglichen Teich, durch den der Gohbach fließt und einem zweiten Teich, der durch den Abbau von Ton entstanden ist und erst später eine Verbindung zu dem ersten Teich erhalten hat. Eine gesicherte Wassermenge für den Tagesbetrieb der Mühlenturbine erhielt man durch Anstauen des Gohbaches in der Nacht und in der Mittagspause.

Den Ton, der im zweiten Mühlenteich abgebaut wurde, brachte man mit Pferd und Lore an einen windigen Platz, um ihn vor der Nutzung in einer der Eitzer Ziegeleien vorzutrocknen. Beim Abbau des Tons hat man wohl schon Sinn für landschaftliche Schönheit gezeigt und eine Insel stehen lassen. Die Insel ist nicht nur ein Blickfang, sondern eine ideale und geschützte Brutstätte für Enten und Gänse. Und in kalten Wintern war sie ein Rondell, um das man wunderbar Eis laufen konnte. Das dies oft geschah, lag daran, dass der zweite Mühlenteich aufgrund seiner geringen Wassertiefe immer als erstes Gewässer in Eitze eine geschlossene Eisdecke hatte.

Um diese Insel hatte man früher einen Graben gezogen, der für einen guten Abfluss des zweiten Mühlenteiches sorgen sollte. Wenn der Teich abgelaufen war, zeigten sich Vor- und Nachteile dieses Grabens. Zum einen sammelten sich dort Dutzende von Fischen: Karpfen, Rotfedern, Schleien und Hechte, die zum Teil die kleineren Fische raubten und bis zu 1 m lang waren. Sie wurden mit einem Maschendraht als Netz im Graben zusammengetrieben. Der üppige Fang wurde als willkommene Speise an viele Familien in Eitze verteilt. Zum anderen war der Graben eine versteckte Gefahr. So erzählte Kurt Wittboldt-Müller, dass er und Heinz Oestmann als Kinder auf die Insel gelangen wollten. Sie wussten nichts von dem Graben und konnten ihn wegen der Blätter und des Modders auch nicht sehen. So sanken sie Hand in Hand langsam bis zum Hals ein und konnten sich nur mit letzter Kraft auf die Insel retten.

So modderig war der zweite Teich um 1920 noch nicht. Christa Oestmann erzählte, dass ihre Mutter mit ihrer Freundin dort gebadet hat. Da sie keine Badeanzüge hatten, steckten sie ihre langen Unterhemden mit Sicherheitsnadeln zwischen den Beinen zusammen.

Während der Schneeschmelze im Frühjahr 1940 überschwemmte der Gohbach die Gräben und das angrenzende Land, da sich das Wasser vor den Eisschollen an der Gohbachbrücke und beim Wehr an der Brücke der Mühle staute. Insbesondere vor dem Wehr gab es enorm dicke Eisschollen. Durch das Anstauen für den Mühlenbetrieb floss immer wieder neues Wasser auf die Eisschollen und gefror. Ein ganze Nacht musste schwer gearbeitet werden, um die Eisschollen zu zertrümmern, damit das Wasser abfließen konnte.

 Nun noch etwas zur Geschichte dieses Holzschildes selbst

Eigentlich ist es die dritte Ausfertigung des Holzschildes „Mühlenteich“. Das erste Holzschild war eines der ersten Holzschilder, die Herbert Reinhold für Eitze geschnitzt hat. Es bestand aus einem Bildteil mit dem Mühlengebäude und einem Baum und einer Texttafel. Den Bildteil hatten Unbekannte schon vor vielen Jahren mit Steinen abgeworfen und mitgenommen. Nur der damalige Textteil mit einem Mühlrad im Fluss zwischen der Bezeichnung „Mühlen“ und „teich“ ist erhalten geblieben. Den Ersatz dafür habe ich dann 1998 geschnitzt, passend zum Textteil auch in Lindenholz. Die Zeichnung dazu hatte noch Herr Reinhold gemacht und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir darüber gesprochen haben, wie man die dritte Dimension in das Holz bringt. Dieses Holzschild hat keine 10 Jahre überdauert, da der untere ältere Teil durch versteckt einsickerndes Wasser vermodderte. Deshalb haben wir nun das neue Schild wieder in bewährter 40 mm starker Eiche geschnitzt. Die gute Qualität der Eiche und die wichtige Grundaufbereitung haben wir wie schon so oft Jonny Nordmeyer zu verdanken. Die Verbindung der beiden Holzschilder und das Anbringen am Holzpfahl hat Joachim Scheffler gemacht. Den Textteil hat wie an den Holzschildern am Dorfgemeinschaftshaus (Eitzer Schule) und der Eitzer Fähre Hans-Jürgen Holtfreter erstellt. Den Bildteil habe ich selbst geschnitzt, es ist damit das fünfte Schild, das aus meiner Werkstatt kommt.

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