Man achtet kaum auf sie, da man jeden Tag an ihnen vorbeifährt oder -geht: die gelben Schilder an den Ortseingängen. Aber im Falle von Eitze lohnt es sich jetzt, sie einmal genauer anzusehen – denn seit kurzem ist auf ihnen auch der plattdeutsche Name der Ortschaft zu lesen: Eetzen.
2019 veranstaltete der Landkreis Verden ein Regionalforum Niederdeutsch. Andrea Wacker und Norbert Defiebre, die für die Ortschaft Eitze an dieser Veranstaltung teilgenommen hatten, brachten von dort für den Ortsrat Eitze die Idee mit, zweisprachige Ortstafeln aufzustellen. Damit könne man die Verbundenheit der Ortschaft und ihrer Bewohner*innen mit der plattdeutschen Sprache zum Ausdruck bringen und in der Öffentlichkeit ein Zeichen für sie setzen.
Plattdeutsch hat in Eitze Bedeutung. Seit über 50 Jahren spielt die Eitzer Heimatbühne einmal im Jahr plattdeutsches Theater.
Ein kleiner Exkurs zur Eitzer Heimatbühne: Gegründet worden ist sie 1968, um Spenden für den geplanten Neubau der Friedhofskapelle zu sammeln. „Alltomal Sünner“ hieß das erste Stück und das Theaterspielen hat den Darstellern und dem Publikum so viel Spaß gemacht, dass in der Folgezeit Jahr für Jahr ein neues Stück eingeübt und gespielt wurde. Von 1974 bis 1978 gab es eine Zwangspause, da der Eitzer Hof abgebrannt war und keine Bühne zur Verfügung stand. Und 2020 konnten zumindest noch vier Aufführungen gezeigt werden, bevor die Corona-Kontaktbeschränkungen ein Weiterspielen unmöglich machte. 2021 wird es auch kein Theater geben. Aber alle Eitzer*innen hoffen nun auf 2022.
Zudem gibt es in Eitze auch Jugendliche und junge Erwachsene, die durch das familiäre Festhalten an der plattdeutschen Sprache, zweisprachig aufgewachsen sind und das Interesse an der plattdeutschen Sprache ist groß, wie auch die Beteiligung an den Schülerwettbewerben zum Plattdeutschen Vorlesen zeigt.
Der Ortsrat befürwortete das Vorhaben und nun begann die eigentliche Umsetzung dieses Plans.
Zunächst musste man die Verantwortlichen bei der Stadt Verden aufklären, dass solche zweisprachigen Ortstafeln überhaupt erlaubt sind, denn im Bereich Verden gab und gibt es solche Tafeln noch nicht. Gut, dass es den Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr aus dem Jahr 2009 vorlag, auf den sich Eitze mit seinem Anliegen berufen konnte.
Dort ist als Grundvoraussetzung die landschaftsweite Klärung des plattdeutschen Ortsnamens genannt. Verantwortlich hierfür ist das Institut für niederdeutsche Sprache in Bremen. Um eine solche Klärung herbeizuführen, mussten dort diverse Unterlagen eingereicht werden: eine Übersetzung oder Erklärung des Namens, historische Quellen und urkundliche Erwähnungen und Tonaufnahmen, die die heutige Aussprache des plattdeutschen Ortsnamens dokumentieren.
Ersteres war einfach. 2010 konnte die Ortschaft Eitze ihr 1150 jähriges Jubiläum feiern und ist damit die am frühesten bezeugte Ortschaft im Bereich der Stadt Verden. 860 nämlich werden drei Eitzer Einwohner in den Beschreibungen der Wunderheilungen am Grab des Hl. Willehad im Dom zu Bremen erwähnt. Ekina hieß die Ortschaft damals, was soviel wie Wasser bei den Eichen bedeutet und die Lage der Ortschaft am Gohbach mit den vielen Eichen treffend beschreibt. Im Rahmen der Vorbereitungen für das Jubiläum ist vom Heimatverein Eitze e.V. die Geschichte Eitzes eingehend erforscht worden, namentlich von dem Historiker Dr. Adolf Hofmeister. Auf dieses Wissen konnte für Übersetzung und Erklärung des Namens sowie der urkundlichen Erwähnungen zurückgegriffen werden. „Für die Tonaufnahmen habe ich dann plattdeutschsprechende Eitzer*innen jeden Alters besucht und mit dem Handy Aufnahmen gemacht. Das hat uns allen richtig Spaß gemacht“, erzählt Eitzes Ortsbürgermeisterin Anja König. Die Dokumentensammlung war so umfangreich und aussagekräftig, dass im Sommer 2020 bereits 6 Tage nach der Einreichung der Unterlagen das Gutachten des INS vorlag: Eitze darf sich nun offiziell auf Plattdeutsch Eetzen nennen.
Es folgte der Antrag bei der Stadt Verden als Untere Straßenverkehrsbehörde, der ebenfalls positiv beantwortet wurde.
Da sich der Ortsrat Eitze im Vorfeld schon bereit erklärt hatte, die Kosten für die drei neuen Ortstafeln aus den Ortsverfügungsmitteln zu tragen, stand der Umsetzung nichts mehr im Wege.
Und nun stehen sie an den Ortseingängen Eitzes und geben mit dem alten überlieferten plattdeutschen Namen Eetzen zum einen Rückblick in die Geschichte der Ortschaft aber auch einen Ausblick in die Zukunft, denn „Plattdüütsch hett Tokunft“.
Zukunft hat auch noch eine offizielle „Enthüllung“ der neuen Schilder, die ja zurzeit aufgrund der Corona Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden kann. Aber dafür wird sich demnächst sicherlich eine Gelegenheit finden.


Schon seit einigen Tagen steht vor der Eitzer Friedhofskapelle ein schön beleuchteter Christbaum. Er soll ein Zeichen dafür sein, dass hier draußen auf dem Parkplatz an Heilig Abend etwas stattfinden wird. Denn die traditionelle Christvesper am 24. Dezember kann leider nicht in der Kapelle gefeiert werden. Anstelle dessen wird aber um 16.00 Uhr als Einstimmung auf den Weihnachtsabend eine Andacht im Stehen vor der Kapelle abgehalten. Dabei muss der Gemeindegesang wegen der Corona-Regeln leider entfallen. Während der Andacht müssen Masken getragen und der Abstand eingehalten werden. Dennoch setzen Ortsbürgermeisterin Anja König, Kirchenvorsteherin Claudia Wittboldt- Müller von St. Andreas und Pastor i. R. Wilhelm Bechtler mit anderen alles daran, dass es eine schöne und stärkende Atmosphäre sein wird. Auch zu diesem Gottesdienst ist eine Anmeldung erforderlich. Dafür bitte bei Familie Wittboldt- Müller unter Tel. 63443 anrufen oder eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken.




Das Dorfgemeinschaftshaus Eitze das alte Schulgebäude von 1861. Nach der Schließung der Schule im Jahr 1965 wurde es für mehr als ein Jahrzehnt von der hier auch gegründeten Lebenshilfe genutzt.

Als das Haus 1977 durch den Umzug der Lebenshilfe in ihre eigenen Räumlichkeiten auf dem Nachbargrundstück wieder frei wurde, beschloss man, dieses erhaltungswürdige Gebäude zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzugestalten. Ein ehemaliger Klassenraum wird nun als Gymnastikraum genutzt. Zwei weitere Räume mit Küche und Toilettenanlage stehen für die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft zur Verfügung.

Als die Stadt Verden 2010 plante, der Feuerwehr mehr Räumlichkeiten im DGH zur Verfügung zu stellen und damit den Platz für die anderen zu beschneiden, setzten sich die Feuerwehr, die Vereine und der Ortsrat gemeinsam dafür ein, ein eigenständiges Feuerwehrhaus zu bauen. Überzeugen konnte schließlich das Angebot von Eigenleistungen im Wert von 60.000 €.

Heute wird das Dorfgemeinschaftshaus intensiv von Heimatverein, Sportverein, diversen Gruppen, der Dorfgemeinschaft und dem Ortsrat genutzt.

Von großem Wert gerade für die Sportgruppen ist es, dass man nach der Übungsstunde im Treffraum noch in gemütlicher Runde zusammensitzen kann. Dies ist in anderen Sportstätten i.d.R. nicht möglich.
Der vordere Bereich des DGHs ist barrierefrei, eine Behindertentoilette ist vorhanden.

Im Rahmen des Baus des neuen Feuerwehrhauses wurde auch das Dorfgemeinschaftshaus in ein kleines „Nah“-wärmenetz integriert: Gerhard Göbbert versorgt mit seiner Hackschnitzelheizung auf der Straßenseite gegenüber diese beiden öffentlichen Gebäude mit Wärme. (siehe dazu auch unter „Wissenswertes über Eitze“ den Link zu den klimarelevanten Projekten in Eitze)

2019 bekam der hintere Sportraum einen neuen Fußboden. Und in 2020 wurde im mittleren Raum der Fußboden erneuert und eine mobile Trennwand eingebaut. Nun kann die eine Hälfte des Raums als weiterer Treffraum genutzt werden, während die andere Hälfte als Umkleide und Aufbewahrungsraum der Turngerätschaften dient. Bei Veranstaltungen kann die Trennwand geöffnet werden, so dass der Raum im Ganzen genutzt werden kann.


EITZE HAT ZUKUNFT
2017 hat Eitze an dem Kreis-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen. Durch das Engagement vieler Eitzer Bürgerinnen und Bürger konnte dabei ein hervorragender 3. Platz erreicht werden.
Für den Wettbewerb hat der Ortsrat eine ausführliche Vorstellung der Ortschaft Eitze und ein Erläuterungsbericht erarbeitet. Darin sind viele Informationen über Eitze zusammengetragen worden. Diese können Sie sich hier anschauen.







Das offizielle Logo dieses Wettbewerbs hat der Ortsrat als Grundlage für ein eigenes Logo für Eitze verwendet, dass seitdem in einer hochdeutschen und einer niederdeutschen Version Verwendung findet.
    

Der Ortsrat tagt ca. 5 Mal im Jahr öffentlich, in der Regel im Dorfgemeinschaftshaus Eitze. Die Termine und die Themen werden in den Lokalteilen der Tageszeitungen bekanntgegeben. Vor und nach den Sitzungen gibt es eine Einwohnerfragestunde. Die Protokolle der Ortsratssitzungen werden im Internet im Ratsinformationssystem der Stadt Verden veröffentlicht.

Die nächste Sitzung ist für den 20. Januar 2021 geplant.

Der Ortsrat ist eine demokratisch gewählte politische Vertretung auf der Ebene der Ortschaft. Er ist ein wichtiger Faktor für den Erhalt der Eigenständigkeit Eitzes. Alle Vorlagen der Stadt Verden, die die Ortschaft betreffen, werden als erstes im Ortsrat beraten. So können zu einem frühen Zeitpunkt in Entscheidungsprozessen die Interessen der Ortschaft zum Ausdruck gebracht werden und müssen im weiteren Beratungsgang abgewägt werden. Gerade durch die Kenntnisse vor Ort ist dies auch für die Stadtverwaltung von großem Wert.

Als 1972 im Rahmen der Gebietsreform die Gemeinde Eitze ihre Selbständigkeit aufgab und sich der Stadt Verden zuwandte, schloss sie gemeinsam mit den 6 Ortschaften Borstel, Dauelsen, Döhlbergen-Hutbergen, Hönisch, Scharnhorst und Walle und der Stadt Verden einen Grenzänderungsvertrag. In diesem Vertrag wurde festgelegt, dass in den Ortschaften eine eigene politische Vertretung in Form von Ortsräten unter der Leitung einer Ortsbürgermeisterin bzw. eines Ortsbürgermeisters eingesetzt werden soll.

Die Mitglieder des Ortsrates werden alle 5 Jahre im Rahmen der Kommunalwahlen direkt von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Ortschaft gewählt. Diese wählen dann aus ihrer Mitte heraus eine Ortsbürgermeisterin oder einen Ortsbürgermeister.

Grundlage der Arbeit im Ortsrat ist
•    das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz, insbesondere § 90 bis § 95,
•    die Hauptsatzung der Stadt Verden und
•    die Geschäftsordnung des Rates der Stadt Verden.

Der Ortsrat vertritt die Interessen der Ortschaft. In vielen Fragen, deren Bedeutung nicht über die Grenzen der Ortschaft hinausgehen und unter Beachtung der Belange der gesamten Kommune (also der Stadt Verden), kann der Ortsrat selbst Entscheidungen treffen. Hierzu gehören z.B. Unterhaltung und Ausstattung öffentlicher örtlicher Einrichtungen – wie im Falle Eitzes der Friedhof, die Spielplätze und das Dorfgemeinschaftshaus –, Pflege des Ortsbildes, Benennung von Straßen und Wegen, Förderung von Vereinen und Veranstaltungen oder auch die Repräsentation der Ortschaft. Zu allen wichtigen Fragen, die die Ortschaft in besonderer Weise berühren, ist der Ortsrat rechtzeitig anzuhören. Dieses Anhörungsrecht bezieht sich auf Vorgänge in der Ortschaft, insbesondere auf die Planung und Durchführung von Investitionsvorhaben, auf Bebauungspläne und den Flächennutzungsplan, auf öffentliche Einrichtungen, auf Um- und Ausbau von Straßen und Wegen, auf Veräußerungen, Vermietung und Verpachtung von städtischen Grundvermögen und auf Änderungen der Grenzen. Außerdem ist der Ortsrat bei der Aufstellung des Haushaltes anzuhören und an der Aufstellung der Vorschlagslisten für Schöffinnen und Schöffen und der Wahl einer Schiedsperson zu beteiligen.

Der Ortsrat kann aber auch selbst tätig werden und in allen Angelegenheiten, die die Ortschaft betreffen, Vorschläge unterbreiten, Anregungen geben und Bedenken äußern. Auf Verlangen des Ortsrates hin, muss eine Einwohnerversammlung durchgeführt werden und er kann auch eine Bürgerbefragung in der Ortschaft beschließen.

Zur Erfüllung seiner Aufgaben erhält der Ortsrat von der Stadt Verden Verfügungsmittel. Aus diesen Mitteln werden z.B. Veranstaltungen in der Ortschaft unterstützt, die jährliche Senioren-Sommerfahrt bezuschusst und Präsente für die Jubilare bezahlt. Aber auch das Eitzer Vereinsleben einschließlich der Freiwilligen Feuerwehr wird hiermit regelmäßig unterstützt.

Zu den Aufgaben einer Ortsbürgermeisterin bzw. eines Ortsbürgermeisters gehört neben der Leitung der Ortsratssitzungen die Repräsentation und Öffentlichkeitsarbeit für die Ortschaft, die Mitwirkung bei der baulichen Unterhaltung städtischer Gebäude, bei Zählungen und Statistiken und bei der Feld- und Forstaufsicht, die Wegeaufsicht (einschl. Straßenreinigung und -beleuchtung), Beglaubigung von Abschriften und Unterschriften (einschl. Lebensbescheinigungen für Renten) und  Aufgaben, die eine Kenntnis der örtlichen Verhältnisse erfordern.    



Auch in diesem Jahr findet auf dem Parkplatz der Friedhofskapelle die Eitzer Laubsammlung statt. Am Samstag, den 7. November und am Samstag, den 5. Dezember kann dort in der Zeit von 8 bis 15 Uhr Laub angeliefert werden. Ein Mitglied des Ortsrates wird dabei behilflich sein. Bitte beachtet: Es wird nur Laub angenommen und kein Grünabfall oder Schnittgut.

Wichtig ist aber, bei der Laubsammlung die Corona-Kontaktbeschränkungen zu beachten.
Daher kann die Laubsammlung nur durchgeführt werden, wenn folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • Kommt nur zur Laubsammlung, wenn ihr keine Anzeichen einer Erkrankung (Husten, Schnupfen oder Fieber) habt und keinen Kontakt zu einer an Corona erkrankten Person hattet
  • Achtet auf das Abstandsgebot von mindestens 1,50 m
  • Tragt einen Mund-Nasen-Schutz
  • Es dürfen sich immer nur zwei Personen am Container aufhalten
  • Es darf nur jeweils ein Auto entladen werden
  • Bleibt bitte im Auto sitzen, während ihr wartet

 


 


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